Malis Regierung tritt geschlossen zurück
19. April 2019In Mali ist die Regierung von Ministerpräsident Soumeylou Boubèye Maiga zurückgetreten. Staatschef Ibrahim Boubacar Keita nahm das Rücktrittsgesuch Maigas und seiner Minister an, wie das Präsidialbüro in Bamako mitteilte.
Maiga kam damit wohl einer Vertrauensabstimmung im Parlament zuvor. Angesichts der zunehmenden Gewalt in dem afrikanischen Krisenstaat hatte es zuletzt auch Massenproteste gegen den Regierungschef gegeben.
Gewalt über Gewalt
Im Norden Malis kommt es immer wieder zu Anschlägen und Attacken von vorwiegend islamistischen Rebellen. Außerdem gibt es ethnische Spannungen in Zentralmali. Mitte März hatte ein bewaffneter Überfall auf das Dorf Ogossagou mit 160 Toten für Entsetzen gesorgt. Für den blutigen Angriff auf das Dorf der Volksgruppe der Fulbe wurden Jäger der Volksgruppe der Dogon verantwortlich gemacht.
Bewaffnete Milizen greifen neben Zivilisten auch immer wieder einheimische und internationale Streitkräfte an. Seit 2013 gibt es eine UN-Friedensmission in Mali, sie gilt als gefährlichster Blauhelmeinsatz weltweit. Die Bundeswehr ist an der UN-Stabilisierungsmission MINUSMA und an der EU-Ausbildungsmission EUTM beteiligt.
wa/ml (afp, dpa, rtr)