Monsunfluten: Pakistan braucht Hilfe
24. August 2022Pakistan will angesichts der massiven Überschwemmungen mit hunderten Toten um internationale Hilfe bitten. "Dies ist eine Klimakatastrophe epischen Ausmaßes", sagte Klimawandelministerin Sherry Rehman. Seit Juni kamen mehr als 800 Menschen bei den Überschwemmungen infolge des ungewöhnlich heftigen Monsun-Regens ums Leben, über 300.000 mussten außerdem notdürftig untergebracht werden. Pakistan könne die Katastrophe nicht allein bewältigen, sagte Rehman.
Die Behörden würden einen Aufruf zur internationalen Hilfe starten, sobald die Bewertung der Lage abgeschlossen sei, sagte Rehman. Drei Millionen Menschen seien von den Unwettern betroffen. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden bislang 125.000 Häuser zerstört und 288.000 weitere durch die Überschwemmungen beschädigt.
Erst am Montag wurden in der südwestlichen Provinz Belutschistan für eine Woche die Schulen geschlossen. Belutschistan ist derzeit vom Rest des Landes abgeschnitten, weil Wassermassen Gleise und Straßen überschwemmt haben sowie Brücken zerstört haben. Auch in der angrenzenden Provinz Sindh ist der Zugverkehr lahmgelegt. Das pakistanische Militär hilft derweil, Menschen mit Booten und Hubschraubern aus ihren überfluteten Dörfern zu evakuieren.
Der Monsun dauert gewöhnlich von Juni bis September. Für die Landwirtschaft und die Wasservorräte spielt er eine wichtige Rolle, doch immer wieder sorgt er auch für verheerende Überschwemmungen und Verwüstungen. Die schlimmsten Überschwemmungen in der jüngeren Geschichte ereigneten sich im Jahr 2010. Damals war rund ein Fünftel des Landes überflutet, fast 2000 Menschen kamen ums Leben. Rund 20 Millionen wurden obdachlos.
Pakistan ist besonders anfällig für Klimaveränderungen. Es steht nach Angaben der deutschen Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch auf Platz acht der Länder, die am stärksten von extremen Wetterereignissen bedroht sind.
sti/rb (afp, dpa)