Tote bei Goldsucher-Protesten in Peru
15. März 2012Zu den gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Goldgräbern war es im Südosten Perus, in der Region Madre de Dios, gekommen. Die Polizisten hatten zunächst Tränengas in die Menge gefeuert, während Demonstranten Steine auf die Beamte schleuderten.
In Agenturberichten heißt es, rund 12.500 Goldgräber hätten sich in Madre de Dios zu Kundgebungen gegen die Zentralregierung in Lima versammelt. Sie versuchten, öffentliche Gebäude, Märkte und den Flughafen der Provinzhauptstadt Puerto Maldonado einzunehmen. Der Präsident der Provinz José Luis Aguirre, sprach von unhaltbaren Zuständen. In der ganzen Stadt gebe es Schießereien.
Die Demonstranten wehren sich gegen die Bemühungen der Regierung, das Goldschürfen zu reglementieren und an Umweltauflagen zu knüpfen. Viele Goldsucher in Peru setzen Quecksilber ein, das in das Grundwasser gelangt und den Regenwald zerstört. Wissenschaftliche Studien haben die langsame Wirkung des Giftes auf Pflanzen, Tiere und Menschen belegt.
Das meiste Gold wird aus dem Schlamm von Flüssen gewonnen. Quecksilber trennt das feine Gold vom Schlamm. Es gibt aber auch Geräte, die den Quecksilberdampf auffangen und so eine Schädigung der Umwelt verhindern.
Peru steht auf der Liste der Goldlieferanten weltweit auf Rang sechs. Außerdem werden in den südamerikanischen Staat Zink, Kupfer und Silber gefördert. Allein in der Region Madre de Dios sind rund 40.000 Goldsucher im Einsatz, die ohne gültige Genehmigung im Regenwald arbeiten. Es sind vor allem junge verarmte Peruaner, die ihr Glück versuchen. Sie werden angelockt auch durch den steigenden Goldpreis.
Die Region Madre de Dios im Südosten Perus liegt am Rand des Amazonas-Becken. Sie ist berühmt für ihre Artenvielfalt. 1990 wurde ein Nationalpark eingerichtet, um Fauna und Flora zu schützen.
haz/qu (rtr, dpa)